METAXAS Linie

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METAXAS Linie

Beitragvon Kuno » 4/6/2007, 19:22

Der Begriff "METAXAS Linie" taucht immer wieder auf. Jetzt bin ich ja mit Griechenland nicht so vertraut und möchte deshalb gleich mal ein paar Fragen an die Fachleute stellen:

A) Grundsätzliche Beschreibung der Linie. Wer hat sie wann und warum errichtet (gehe davon aus, dass das nicht nur eine Feldbefestigung war).

B) Von wem fühlten sich die Griechen bedroht?

C) Gibt es eine Uebersichtskarte?

D) Wie sahen typische Stellungen aus?

F) Was für einen Ausbaugrad hatte dieses Befestigngswerk?

G) Welche Bewaffnung?

H) Wieviele Mannschaften?

....und I) was kann man davon heute noch sehen?
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Beitragvon Kuestenjaeger » 4/6/2007, 19:42

Hier mal zu Anfang zwei Fotos eines in den Fels gesprengten Bunkers und Panzersperren,man beachte hinten auch den perfekt getarnten Weg mit einer Plane darüber.

Das nur für den ersten Eindruck,Kuno.
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metaxas_1_105.jpg
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Metaxas 2.jpg
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Metaxaslinie

Beitragvon byron » 4/6/2007, 23:14

@ Kuno

A.) Der Bau der Metaxaslinie began im Jahr 1936 von der Regierung des
Ioannis Metaxas, von dem sie auch den Namen erhielt.
Diese Verteidigungslinie erstreckte sich vom (Westen) Beles-Gebirge, östliches Ufer des Axios-Flusses bis (Osten) zum westlichen Ufer des Nestos auf eine Strecke von 200 Km.

B) Sie sollte die Grenze Griechenlands vor einer bulgarischen Invasion schützen.

D) Sie bestand aus 21 Hauptwerken.
Jedes dieser Werke war eine geschlossene Verteidigungsanlage mit allseitiger Abwehr-Möglichkeit. Die nahliegenden Werke konnten im Falle der Besetzung einer Anlage ihr Feuer auf sie konzentrieren was auch geschehen ist.
Die Besatzung der Werke war dadurch nicht bedroht, da sie in grosser Tiefe im Felsen (bis zu 50 m) stand. Der Beton der Werke wurde aus spezieller Vulkanerde der Insel Santorini gebaut die ihm eine besondere
Widerstandskraft gab.
Alle Bunker und Schiessstände waren mit unterirdischen Stollen verbunden. In dernWerken waren die nötigen Lagerräume, Elektrizitäts-und Belüftungsanlagen, Sanitätsräume, Artillerie-, Mörser und Flak-Stellungen.
F) Die Linie war beim Beginn der Kampfhandlungen noch nicht fertig.
Sie war auch unterbesetzt, da Teile der Männer und Waffen in die albanische Front geschickt worden waren.
Die Werke waren eine geglückte Kombination der Maginot- und der Deutschen Verteidigungslinie (Siegfried?) dem bergigen Gelände genial angepasst.

G,H) Bewaffnung und Mannschaften werde ich ein andersmal posten
Die Hauptwerke hatten durchschnittlich um die 400 Mann

C) Eine Karte mit der ganzen Linie an andersmal, hier eine Karte der Werke Paliuriones (links des Strymon.Flusses) und Rupel (rechts des Flusses). Mit den roten Pfeilen die deutschen Angreifer.

Auf einem Photo der heutige Beobachtungsturm (für Gäste) von Rupel, gebaut auf einem Maschinengewehrstand.
Auf einem anderen eine Bilderzusammensetzung der unterirdischen
Rupelstollen.

I) Verschiedene Werke, wie Rupel, Istibei und Nymphea sind intakt.
Da finden jedes Jahr am 6.ten April Erinnerungsfeier statt. Eiinige Bilder aus meinem Besuch einer Feier auf den Istibei poste ich hier.
Dateianhänge
Istibei 1.jpg
Evzonen bei der Erinnerungsfeier in Istibei
Istibei 1.jpg (23 KiB) 614-mal betrachtet
Istibei 2.jpg
Byron mit Veteranen auf Istibei (mit Sonnenbrile)
Istibei 2.jpg (30.43 KiB) 614-mal betrachtet
rupel 1.jpg
rupel 1.jpg (59.9 KiB) 614-mal betrachtet
rupel 4.jpg
Unterirdische Stollen Rupel
rupel 4.jpg (28.81 KiB) 614-mal betrachtet
rupel 5.jpg
Gäste-Beobachtungsturm Rupel
rupel 5.jpg (27.21 KiB) 614-mal betrachtet
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Beitragvon Kuno » 5/6/2007, 07:37

Aha; jetzt kommt etwas "Licht in die Tunnel"! Das hätte ich nicht gedacht, dass die Griechen ein derart aufwändiges Vertedigungswerk gebaut hatten.

Wusste auch nicht, dass die Anlage grundsätzlich gegen BULGARIEN ausgelegt war. War denn die Bedrohung von Seiten BULGARIENS derart hoch?
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Beitragvon byron » 5/6/2007, 14:24

Ja Kuno,

Die Bulgaren schielten immer nach Süden und auf die Ägäis. Den Fall Griechenlands haben sie auch gleich ausgenutzt und besetzten, von Hitler beschenkt, Ostmakedonien. Es folgte eine furchtbare Zeit von gewaltsamen Bulgarisierung, Verbannungen und allen Schikanen gegen die Bevölkerung dieser Region. Griechisch zu sprechen wurde verboten.
Sie verliessen das Land im September 1944 als der Braten schon verbrannt war. Glückliche Schweiz, sowas habt Ihr nicht mal im Traum erlebt.
Heute sind unsere Völker befreundet und GR hat mit Bulgarien die besten Beziehungen. Viele Bulgaren arbeiten in unserem Land und helfen zur Stärkung unsrer Landwirtschaft. Die alten Feindschaften sind begraben.
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Beitragvon Kuno » 5/6/2007, 18:04

Die alten Feindschaften sind begraben


Das freut zu hören; ein Zeichen, dass sich die Völker doch noch entwickeln!
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Beitragvon mbberlin » 5/6/2007, 18:08

Da wäre ich allerdings nicht so optimistisch. Frieden ist nur die Zeit zwischen zwei Kriegen, und man weiss nie, wie sich die Dinge entwickeln.
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Beitragvon byron » 5/6/2007, 18:23

Die europäische Union hat sehr dazu beigetragen. Ich kann mir nicht vorstellen das ein Union-Land jemals ein Anderes angreifen würde.
Wir haben auch nie solange wie jetzt in Europa Frieden gehabt.
In Kossowo ist noch ein gefährlicher Herd wo eine Lösung noch zu finden wäre.
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Beitragvon Kuno » 5/6/2007, 18:27

Also, liebe Kosovaren und Nachbarn von denen: Lest dieses Thema aufmerksam durch und nehmt euch die Griechen & Bulgaren als Beispiel!
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Beitragvon mbberlin » 5/6/2007, 18:27

Ich denke da auch eher ostwärts: Baltikum, Ukraine, Russland, Polen aber auch zwischen der Türkei und Griechen kann meines Erachtens immer noch was passieren. Die Spannungen zwischen der Türkei und den USA bzgl. der Kurdengebiete sind auch nicht ohne. Unionen taugen nur, wenn die Wirtschaft in Ordnung ist. Ich würde keine Prognosen übder die Situationen in 5 oder 10 Jahren wagen. Insbesondere bei der heutigen wirtschaftlichen Verflechtung. Ein dicker Börsenboom oder -crash in Südostasien betrifft uns heute alle. Es reicht völlig aus, dass einer durchdreht.
Zuletzt geändert von mbberlin am 5/6/2007, 19:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Kuno » 5/6/2007, 18:39

Es reicht völlig aus, dass einer durchdreht


Insofern ist dann halt doch alles wieder schnell beim "Alten"!
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Beitragvon byron » 5/6/2007, 18:42

Und von Iran sagst Du gar nichts mbberlin? Da könnte eher was passieren.
An einen Konflikt zwischen GR und Türkei glaube ich überhaupt nicht. es wäre
die Katastrophe für beide Völker und so dumm sind wir beide auch nicht.
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Beitragvon mbberlin » 5/6/2007, 18:46

Nein, vom Iran sage ich nichts, weil ich ihn für ungefährlich halte. Gefährlich wird er m.E. nur durch die USA, die die Finger nicht von der Region lassen können und Israel, die endlich begreifen müssen, dass sie dass Land gleichberechtigt mit den Palästinensern teilen müssen, um jemals Frieden zu haben. Das ging vor der zionistischen Staatsgründung ja auch 2000 Jahre lang problemlos
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Beitragvon Kuestenjaeger » 5/6/2007, 18:50

Leute,BITTE,versucht beim Thema zu bleiben,"back to topic"!

METAXAS-Linie ist angesagt!! :roll:
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Beitragvon mbberlin » 5/6/2007, 18:54

Sorry! Darauf einen www.metaxa.de :-)
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