Spähunternehmen MUTIUS

Ground War

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Spähunternehmen MUTIUS

Beitragvon Kuno » 7/5/2006, 17:14

Es handelt sich um ein im Prinzip normales Spähtruppunternehmen der Pz. AA. 33 unter dem damaligen Oberleutnat MUTIUS.

Meine Informationen basieren auf einem vortrag, den ebendieser Herr Mutius im Jahre 1996 vor dem Offizierskorps des Panzeraufklärungsbataillon 11 gegeben hatte bzw. in der folgenden Veröffentlichung in "Der Panzerspähtrupp - Freundeskreis Panzeraufklärer" Nachrichtenblatt No. 20, Munster. :arrow:

Die Geschichte, die Herr Mutius hier zum besten gab holpert ziemlich stark. Sowohl in Sachen Zeit als auch Ortsangaben stimmt so einiges nicht.... :shock:

Ich werde in den nächsten Tagen die entsprechenden Unterlagen hier einstellen, danach können wir uns daran machen, den Text ein wenig zu zerpflücken bzw. zu sehen, was den Tatsachen entsprochen haben könnte und was nicht. :twisted:


Wer mithelfen will, der kann sich schon mal etwas vorbereiten:

1) Wo stand die Pz. AA. 33 zwischen Mitte Dezember 1942 und Mitte Januar 1943 :?:

2) Welche Aktivitäten alliierter Einheiten gab es in diesem Zeitraum im Bereich WADDAN-HUN-SOKNAH bzw. unmittelbar südlich davon :?:

3) Kam aus dem TCHAD via französische Einheiten Nachschub an die 8. Armee :?:


Hoffe, dass das Thema interessiert. Da es ein deutsches Thema ist, werde ich es auch nicht parallel noch in Englisch führen. :?
Zuletzt geändert von Kuno am 7/5/2006, 18:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Kuno » 7/5/2006, 17:30

Damit wir mal einen Ueberblick bekomme, füge ich diese Karte ein.

Die Pz. AA 33 war damals in BU NGEM stationiert und der Aufklärungsvorstoss ging nach Süden um Bewegungen der LRDG oder anderer feindlicher Einheiten festzustellen.
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Beitragvon Kuno » 7/5/2006, 17:40

Lage, Auftrag und Einsatz der PzAA 33
Mitte Januar 1943

a) Feindlage:
Die 8. britische Armee unter Führung von Montgomery befindet sich seit ihrem Durchbruch bei El Alamein mit weit überlegenen Kräften im Vormarsch. Sie ist ca. 800 km nach Libyen vorgestoßen und greift weiter an. Ihre Nachschubbasis über Land liegt nur etwa 100 km weit entfernt.


Frage 1) Wo war der Frontverlauf zum angegebenen Zeitpunkt :?:

Frage 2) Was soll denn das für eine Nachschubbasis sen, die 700km weit in Libyen drin war? Meinte Mutius hier eventuell BENGHAZI :?:
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Beitragvon Kuno » 7/5/2006, 17:42

b) Eigene Lage:
PzAA 33 hat es trotz hoher Verluste im gleichen Zeitraum ermöglicht, ein wesentlicher Faktor in den Abwehrkämpfen des hinhaltenden Widerstandes zu bleiben. Sie befindet sich in Bu Ngem, 100 km südlich der Küstenstraße, als Teil der gegenwärtigen Auffangstellung bei Buerat an der großen Syrte.


Frage 3) Ist es tatsächlich so, dass die Pz. AA. 33 "Mitte Januar 1943" noch in BU NGEM gelegen hat? Kann das jemand bestätigen :?:
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Beitragvon Kuno » 7/5/2006, 17:44

c) Auftrag:
15. PzDiv befiehlt auf Grund ihrer Abendlage der Abteilung - wie schon oft zuvor - nach Süden in die Tiefe des Raumes aufzuklären, ob eine feindliche Umfassungsbewegung versucht wird oder Tätigkeiten der „Long Range Desert Group“ erkennbar sind. Die Abteilung gibt diesen Auftrag an die Spähkompanie.


Diese Darstellung kann einwandfrei bestätigt werden. Die Pz. AA. 33 wurde nebst ihrem eigentlichen auftrag der Aufklärung während des letzten Rückzuges aus Libyen auch sehr stark als Nachhut verwendet - und erlitt dabei auch entsprechend hohe Verluste an Menschen und Fahrzeugen.
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Beitragvon Kuno » 7/5/2006, 17:52

Durchführung:
Der Führer der Spähkompanie verfasst noch Briefe an die Eitern von kürzlich gefallenen Kameraden und übergibt sie an die Feldpost. Dann erwägt er mit dem Spähtruppführer die Stärke und Ausrüstung für das Unternehmen, das u. U. weit in die Wüste führen wird. Gelände und Pisten sind unbekannt. Daher entfallen vorausbestimmte Meldepunkte. Fernspähtrupps im Einsatz haben sich zweimal täglich auch ohne Feindberührung vom jeweiligen Standort aus zu melden; dies schon, um zu wissen, ob es sie überhaupt noch gibt. Die zurückzulegende Strecke wird begrenzt durch benötigtes Material, Benzin und Wasser. Es empfiehlt sich für unseren Auftrag eine maximale Reichweite von 300 km unter optimalem Einsatz von 3 Fahrzeugen, nämlich ein 8-Rad für den Spähtruppführer, mit 2 cm KWK, MG und Maschinenpistole, Besatzung 4 Mann und 2 VWs mit 2 Mann, je 1 MG/Karabiner, Sprit und Wasser beladen. Sie starten am Vormittag zunächst in Richtung der italienischen Sicherung 20 km südlich, um erstens deren letzte Beobachtungen zu hören und zweitens um für die Rückkehr, das „Re-entry“, ein Leuchtpistolensignal (grün-weiß-rot) auszumachen.


"Richtung der italienischen Sicherung 20 km südlich".

Frage 4) Entweder irrt hier Mutius bereits zum ersten Mal oder es handelte sich um einen Sicherungsposten, der irgendwo einfach so in der Ebene lag. Realistisch wäre der alte befestigte Posten von CHORMET EL MHALLA (Pass der Trockenheit), denn dieser war in den späten 1920er Jahren zur Ueberwachung dieser Strasse von BU NGEM nach HUN extra angelegt worden.

"für unseren Auftrag eine maximale Reichweite von 300 km"

Frage 5) Was heisst Reichweite: 300km hin UND 300km auch zurück, also insgesamt 600km? Schon; oder :?:
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Beitragvon Kuno » 7/5/2006, 17:57

Die Italiener pflegen nämlich aus ihren Stellungen vorsorglich alles zu beschießen, was sich ihnen nähert. Umsonst, die kleine italienische Stellung ist verlassen, eine entsprechende Funkmeldung wird abgesetzt. Dann weiter nach Süden, 8-Rad vorn, VWs hinten. Gutes Fahren auf Kieswüste mit Kameldornbüschen. Ein einsamer Araber mit Kamel freut sich über eine Dose englischen Beute-Tees, hat aber nichts gesehen. Am Abend Meldung: Standort nach 180 km; keine Feindberührung. Nachts Musik und Nachrichten auf Tommysender. Verbotenes Verstellen des Frequenzbereiches macht es möglich.

Wir befinden uns also am Abend des ersten Tages bereits 180 Kilometer südlich von BU NGEM. Die alte Strasse führte von BU NGEM direkt nach HUN. Mit 180 Kilometern sind wir aber bereits darüber hinaus gefahren und befinden uns kurz südlich von SOKNAH.
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Die alte Strasse in BLAU auf dieser Karte. Distanz BU NGEM - HUN (Luftlinie) ca. 170km. Strasse bietet
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Beitragvon trapperjoe » 7/5/2006, 23:40

Auszüge aus dem " Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht " von Percy E. Schramm (Hrsg.)
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Beitragvon Kuno » 8/5/2006, 08:19

Dann können wir also davon ausgehen, dass so ab dem 1942-12-20 die Achsentruppen auf die BUERAT Stellung zurückgenommen waren. Ich habe oben den "Zeitraum" soweit ausgeweitet (in den Dezember hinein), um sicher zu sein, dass wir nicht ein simples Verwechseln von Daten durch Herrn Mutius vorliegen haben.

@ trapperjoe; schau doch bitte einfach mal nach, wo denn die deutsche Nachhut Mitte Januar 1943 gestanden hat. Kommt BU NGEM hier überhaupt noch in Frage?
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Beitragvon Kuno » 8/5/2006, 08:41

Am nächsten Tag zunächst Übergang in Geröllwüste; bedeutet keine Minengefahr mehr, aber Rücksicht auf die Ölwanne. Reihenfolge VW - 8-Rad - VW. Ansteigendes Gelände wird sandig, dann die ersten Sanddünen, am Horizont Berge. Mühsam, aber der Spähtrupp schafft 50 km. Abendmeldung wie gehabt. Die Abteilung war inzwischen in Nachhutgefechte verwickelt und verlegte Gefechtsstand nach Westen. Warme Mahlzeit auf Kochstelle. Einfach einen halben Liter Benzin in den Sand gießen und einziehen lassen. Anzünden. Erst Stichflamme, danach gleichmäßiges Feuer, mit Streusand einfach zu kontrollieren. Heißer Tipp!

Am ersten Tag kam der Spähtrupp mit 180 Kilometern noch gut voran. Am zweiten Tag sind es nur noch 50 Kilometer. Heisst wohl, dass sie erstens die ausgebaute Piste verlassen haben und zweitens, dass sie wegen vermutetem Feind viel vorsichtiger fahren mussten.

Sie treffen auf die ersten Sanddünen. Das verwirrt wieder etwas mehr, denn ein Dünnenzug zieht sich schon von 50km südlich BU NGEM bis nach HUN hinunter. Parallel zur Strasse allerdings - somit wurde er wohl nicht als Hinderniss wahrgenommen.

Die Gegend der JOFRA-Oasen (HUN, SOKNAH, WADDAN) ist komplett sandig.

Das Benzinfeuer funktioniert - nur mit dem nachlegen, wenn das Feuer am ausgehen ist, wird man Probleme haben :wink:
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Beitragvon Kuno » 8/5/2006, 10:24

Frage 6) Wann haben die italienischen Truppen die Oase von HUN verlassen?

Frage 7) SKDo DORA war auch bis "irgendwann" in HUN stationiert - wann sind die abgezogen?

Der Hintergrund dieser beiden Fragen: Solange HUN noch von Achsentruppen besetzt war, hat es keinen Grund für ein solches Erkundungsunternehmen gegeben - wir könnten also den Zeitbereich weiter einschränken.
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Beitragvon Kuno » 8/5/2006, 10:34

Frage 7) Wenn wir die 180 Kilometer des ersten Tage nehmen, dann kommen wir bis knapp südlich HUN / SOKNAH. Wenn wir uns aber die unten angeführte Skizze anschauen und diese mit obigen Karten vergleichen, dann sehen wir, dass der Spähtrupp nicht über HUN / SOKNAH hinaus vorgestossen ist (beachte die "Querstrasse" von SCHWAREF - SOKNAH / HUN - ZILLAH). Lassen wir das im Moment noch stehen - wir merken aber schon, dass hier etwas nicht 100% aufgeht.

Frage 8 ) Warum hat Mutius die Oasen nicht in seinem Bericht erwähnt? Die sind wie Perlen an der Strasse aufgereiht und es wäre doch sehr wichtig gewesen, ob sie vom Feind besetzt waren oder nicht?
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Beitragvon Kuno » 8/5/2006, 10:40

Dritter Tag, 30km wie gestern. Hinter einer Höhe lässt der Spähtruppführer für Mittagsmeldung halten. Motoren abstellen. Die Fahrzeuge stehen 50 - 100 m aus Gewohnheit hintereinander. Man hört entfernte Geräusche. Der Spähtruppführer ersteigt zu Fuß die Höhe, von wo er einen weiten Ausblick hat. Und wirklich, in einer Entfernung von ein bis zwei Kilometern, eine Piste auf der starker Verkehr herrscht. In wechselndem Abstand Lkws, ab und zu ein Spähpanzer, dazwischen einige amerikanische Jeeps und einige leichte Geschütze auf Lafetten, eine Art Pick-Up-Fahrzeug. Es hat sich also gelohnt, soweit zu fahren! Man konnte sogar auf den weißen Flecken unserer nichts sagenden Karte den ungefähren Standort festmachen, der sich aus unterwegs notierten Kompasszahlen und Tachostand ergeben hatte. Übrigens wurde der Kompass im VW beobachtet, da die Chancen auf Missweisung in der Nähe des Stahlhaufens 8-Radpanzer viel größer sind als in einem offenen Wägelchen.

Hier kommt Mutius auch wieder durcheinander. Er schreibt, dass die Patrouille am dritten Tag 30 Kilometer geschafft hätte wie schon am Vortag. Am zweiten Tag hat er aber noch von 50 Kilometern geschrieben. Sowohl 30 als auch 50 Km sind extrem wenig; es sei denn, das Gelände war entsprechend schwierig. Gehen wir davon aus, dass sich der Spähtrupp NEBEN den leicht befahrbaren Pisten bewegt hat und dass er südlich der JOFRA-Oasen bereits in die Basaltbrocken des JABEL ES SODA hineingestossen ist, dann sind solche minimalen nicht unrealistisch. Hier wären ein paar klare Aussagen von Mutius sehr hilfreich. Er hätte doch erwähnen müssen, dass er von der "normalen" Steinwüste in die pechschwarzen Basalthügel des JABEL ES SODA vorgestossen ist. Der Uebergang ist ziemlich schnell / überraschend, so dass es von jedem Reisenden bemerkt / notiert werden MUSS.

Frage 9) WO befand sich Mutius am ende des dritten Tages? War er noch im Bereich der JOFRA Oasen (obige Skizze spricht dafür) oder war er bereits ca. 80 Kilometer weiter in den JABEL ES SODA hinein vorgestossen?

Frage 10) Was war das für ein Konvoi, den er entdeckte? Es kann sich nicht um einen LRDG-Konvoi gehandelt haben, denn die LRDG hatte keine Spähpanzer. Ein Konvoi der 8. Armee kommt auch nicht in Frage - die waren nicht so weit südlich. Was bleibt wären die "Freifranzosen" unter Leclerc. Die hatten ein paar MARMON HERRINGTON und die hatten auch ein paar Kanonen hinten auf ihre LKW genagelt. Möglich wäre auch ein kombinierter Konvoi mit FFL /LRDG - Fahrzeugen. Was meint ihr?
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Beitragvon Kuno » 8/5/2006, 12:27

Einer der niedrigen VWs zog sich dicht hinter den Hügelkamm vor, und man beobachtete eine halbe Stunde weiter. Die Fahrzeugfolge wurde dünner. Es war Zeit eine Funkmeldung abzusetzen, um diese ersten Erkenntnisse nicht durch eine blöde Überraschung zu gefährden. Das daran wichtigste war, dass die Fahrzeuge von Westen kommend nach Osten fuhren. Es war offensichtlich, auch aus der Zusammensetzung der Konvois, dass es sich nicht um einen kampfstarken Verband auf einem Horizontschleicher zur südlichen Umgehung des DAK handeln konnte. Es sah mehr nach Nachschub mit Begleitschutz aus. Aber woher und wohin?

Frage 11) Jetzt staunt man vollends. Ein alliierter Versorgungskonvoi fährt aus dem Westen kommend in Richtung Osten. Kann das sein? Ich denke, es kommt darauf an WO das beobachtet wurde. Vom JEBEL AS SODA nach der JOFRA-Oasengruppe bzw. weiter nach ZILLAH kann das schon sein - WENN ein konvoi aus dem Süden (MURZUK / SEBBHA) gekommen ist. Die Antwort bleibt natürlich vage, denn wir sind nicht wirklich sicher, wo die Beobachtung stattgefunden hat.
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Beitragvon Kuno » 8/5/2006, 12:42

Die Funkmeldung diesen Inhalts geht ab und wird sogar von der Funkstelle der Abteilung bestätigt. Was nun? Man muss auf eine Pause des Verkehrs warten. Mittlerweile gehen beide VWs mit Abständen nebeneinander vorsichtig so in Stellung, dass sie eben noch in Deckung das Feuer eröffnen können - falls notwendig. Auf der Piste bewegt sich nichts. Nach einigen Minuten tauchte ein einsames Fahrzeug auf. Dahinter niemand. Der Spähtruppführer im 8-Rad fährt mit Tempo auf diesen LKW zu. Dieser braust los. Der Spähpanzer hält, ein Schuss mit KWK Vollgeschoß - vorbei. Noch ein Schuss. Vorbei oder nicht, der LKW bleibt stehen, zwei Mann springen raus und werfen sich in den Sand. Unser Wagen fährt hin und „kassiert“ die beiden, wie man das nannte.

Ein Engländer und ein Franzose. Sie sind verdattert, aber froh, dass es nicht schlimmer kam. Mitgeführtes Wasser und Sprit in Kanistern wird oben auf den 8-Rad geworfen. Der Franzose erzählt stolz, dass er vom Tschadsee gekommen sei. Also, beide auf dem Spähpanzer mitnehmen.

Plötzlich ist ein weiteres Fahrzeug und noch eins zu sehen. Abhauen! Die Gefangenen begreifen ihre Chance nicht so schnell, sondern halten sich an der Antenne fest. Mit Vollgas Richtung VWs die noch schussbereit dastehen. Nun Staubwolken und Einschläge in der Nähe des 8-Rads. Sprenggranate. Der Spähtruppführer findet das unfair, seine Gäste außenbords sitzen zu lassen und winkt ihnen zu, abzuspringen. Sie trauen sich nicht bei dieser Geschwindigkeit. Also lässt er langsamer fahren, und die beiden rollen heute zum zweiten Mal im Sand. Stehen auf und winken, uns - oder ihrer Kolonne oder beiden? Sie werden zurückgelassen, auch weil ihre weitere Mitnahme den eigentlichen Aufklärungsauftrag des nunmehr erkannten Spähtrupps durch die Verwicklung in eine Verfolgungsjagd gefährden kann. Die VWs und der Spähtrupp fahren in der alten Spur zurück. Weit. Die Spritkanister sind noch an Deck, das Wasser fiel leider in die Wüste. In der Nacht noch eine Meldung nach Hause. Ausführlicher und angereichert mit dem Rätsel Tschadsee.


So, das war jetzt der spannende Teil der Geschichte. Aber Mutius gerät jetzt wohl ein wenig ins Fantasieren, denn nur aufgrund der Aussage des einen Franzosen schliesst er, dass dass gleich der ganze Konvoi aus dem TCHAD gekommen ist? Mutius behandelt diese Kernaussage eigentlich sehr rudimentär, denn wenn die Versorgung aus dem TCHAD gekommen wäre, dann hätte er das doch gleichan dieser Stelle seines Berichtes vermerkt; oder?
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