Mögliche Verbindung nach Italienisch-Ostafrika?

Ground War

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Beitragvon mbberlin » 30/11/2007, 11:21

Kuno hat geschrieben:Eine "stehende Verbindung" mit einem richtigen Warenverkehr sehe ich nicht. Da waren die Distanzen zu gross und die vorhandenen Mittel zu schwach.

Was den Briten Angst machte ist der Umstand, dass ihre eigene Versorgung den Nil hinauf hätte gestört oder gar unterbrochen werden können. Schaut es mal aus der Richtugn an.


Ja, nur wie lange hätten schwache Einheiten den Nil blockieren können?

Höchstens vielleicht mit Brückensprengungen, um die Fahrrinne zu blockieren, sofern es dort damals entsprechende massige Brücken gab und nicht nur Fährbetrieb, was ich nicht weiss.
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Beitragvon Kuno » 30/11/2007, 12:32

Die Versorgung / Offenhaltung des Korridors hinunter nach Eritrea wäre wohl kaum möglich gewesen. Man hätte ja fast den ganzen Sudan queren müssen....
...und nicht zu vergessen, die Distanz von der Mittelmeerküste nach Kufra (und von dort an die LY-Grenze!)
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Beitragvon mbberlin » 30/11/2007, 14:14

Der Versuch, eine Art Luftbrücke zu schaffen, wäre vermutlich effektiver gewesen: einzelne Maschinen, unterschiedliche Höhen und Flugzeiten um die Verlustrate gering zu halten.

Aber wie gesagt, ich verstehe den ggfs. zu erwartenden Benefit immer noch nicht. Es hat ja keiner entprechende übermässige Ressourcen gehabt, die es zu teilen gelohnt hätte, bzw. wo eine Teilung grundsätzlich verantwortbar gewesen wäre, oder?
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Beitragvon Kuno » 30/11/2007, 14:25

Die Luftbrücke gab es alerdings. Man verwendete zB. die speziell ausgerüstete SM.82 um Jagdmaschinen nach Ostafrika zu fliegen!
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Beitragvon mbberlin » 30/11/2007, 14:34

Und in welcher Größenordnung?
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Beitragvon Kuno » 1/12/2007, 08:28

Waren wohl nicht viele. Kann's aber zZt. nirgends nachprüfen, da die Bücher in Europa sind :-(
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Beitragvon HolgerXX » 1/12/2007, 23:37

Mir geht es zunächst darum, ob es möglich ist, zur fraglichen Zeit überhaupt durchzukommen. Womit möchte ich bewusst offen lassen, Sahariana-Einheiten wären sicher brauchbar. Die Briten sind ja wegen der deutschen Luftoffensive und der erwarteten Invasion zunächst abgelenkt. Allerdings könnten die Südafrikaner Truppen nach Norden schicken. Aber die müssten ja selber erhebliche logitische Probleme haben, bei den Entfernungen!
Vielleicht sollte man generell mal Anleihen beim Gegner nehmen. Die Briten mussten 1941 in Ostafrika auch hunderte Kilometer vom nächsten Hafen entfernt operieren.

Ob es im Sudan zu der Zeit überhaupt Brücken gegeben hat, ist auch eine Frage. MBBerlin, wozu willst Du den Suezkanal in die Hand bekommen (darum geht es doch wesentlich beim Angriff auf Ägypten, oder?), aber das Südende des Roten Meeres nicht?

Grüße, Holger
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Beitragvon Kuno » 4/12/2007, 14:01

Holger; ich mache dir fogenden Vorschlag:

Eine mobile, autarke Einheit. Ausgerüstet für lange Strecken ohne Versorgungsmöglichkeiten. Vollmotorisiert. Gute Funkanlage. Ausgerüstet mit Infanteriewaffen für den -zu vermeidenden- Kampf auf kurze Distanz, sowie Scharfschützengewehre, Panzerbüchsen, Sprengmittel.

Eine weitere Einheit, nicht für die Erkundung aber als Support / Versorgung der obigen Truppe. Zur Errichtung von Depots im Feindesland.

Hauptbasis: KUFRA mit weitreichenden Funkinstallationen. Versorgungsmöglichkeiten und Flugplatz.

Vorgeschobene Basis: UWEINAT mit Frischwasser und Flugplatz. Hier wäre ebenfalls das dritte Element platziert: Die fliegende Truppe mit zwei bis drei leichten Maschinen.

Was hältst du grundsätzlich davon?
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Beitragvon Kuno » 4/12/2007, 14:06

Holger; lass uns doch noch einen exakten Zeitpunkt festlegen. Das macht die "Planung" etwas einfacher.

Südlich von Libyen kenne ich mich auch nicht so gut aus. Da müsstest du mir vieleicht noch ein paar Ortsnamen geben. Damit wir die Route der Kolonne festlegen können.

Interessantes Thema (auch wenn es am Ende vielleicht keine Aenderung des Kriegsausgangs mit sich bringt ;-))
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Beitragvon mbberlin » 4/12/2007, 15:04

[quote="HolgerXX" MBBerlin, wozu willst Du den Suezkanal in die Hand bekommen [/quote]

Nil! Nicht Suezkanal. Und auch nicht in die Hand bekommen, sondern den Schiffsverkehr stören.
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Beitragvon Kuno » 4/12/2007, 15:19

Ach so ja - da fällt mir ein: Wie hiess der englische Posten am Nil; dort wo die Eisenbahn aufhört?
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Beitragvon mbberlin » 4/12/2007, 16:14

Assuan.
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Beitragvon HolgerXX » 4/12/2007, 20:04

Das Interesse freut mich natürlich. Es ist ja so, dass die Truppen des Herzogs von Aosta seit dem italienischen Kriegseintritt am 11. Juni 1940 auf dem Trockenen sitzen. Hilft man ihnen nicht, ist ihre Kapitulation nur eine Frage der Zeit.

Frühestens nach der französischen Kapitulation am 25.6.1940 hätte man daran denken können, die Truppen in Italienisch-Ostafrika zu entsetzen. Nach dem "Aus" für "Seelöwe" Mitte September 1940 war die Bindung von deutschen Truppen an der Kanalküste auch kein Gegenargument mehr. Im September brennt die Wüstensonne auch schon nicht mehr gar so heftig wie im Juni/Juli.

Ich habe jetzt mal in meinen alten "Westermann" von 1960 geschaut. Von den Kufra-Oasen aus führt ein Wüstenpfad nach Südosten zum Dschebel Owenat (Uweinat lt. Kuno), der das Dreiländereck Libyen-Ägypten-Sudan markiert, und von dort weiter fast genau nach Osten nach Wadi Halfa am Nil. Das Gebiet ist also grundätzlich passierbar. Zwischen Wadi Halfa und Khartum liegen der 2. bis 6. Nilkatarakt, mit durchgehender Schiffahrt in dem Gebiet ist also nicht viel (und auch nicht viel zu sperren, MBBerlin!). Deshalb haben die Briten da schon im 19. Jahrhundert eine Eisenbahn gebaut (lt. Webseite der sudanesischen Botschaft feierte die Eisenbahn des Landes 1996 ihr hundertjähriges Bestehen!). Jetzt könnte man per Kommandoaktion einen oder mehrere Züge kapern oder auf der dort parallel zur Eisenbahn lt. "Westermann" gut ausgebauten Straße weiterfahren und die große Nilschleife dabei umgehen. Weiter geht es bis Atbara am Zusammenfluss von Nil und Atbara-Fluss. Die Straße geht dann weiter nach Kassala an der sudanesisch-eritreischen Grenze (der Ort wurde von des Herzogs Truppen eingenommen,"The Times Atlas 2. Weltkrieg", S. 51), die Eisenbahn geht erst einmal nach Osten Richtung Port Sudan, ein Abzweiger führt dann von der Hälfte der Strecke aus doch nach Süden bis Kassala und weiter auf eritreisches Gebiet. Ob das ganze Eisenbahnnetz 1940 schon bestanden hat? Da bin ich mir ziemlich sicher. 1945 - 1960 wird nicht mehr viel investiert worden sein.

Wie schaut es jetzt mit dem Kräfteverhältnissen aus? Laut "The Times Atlas 2. Weltkrieg", S. 50, stehen in Nord- und Ostafrika 1940 folgende Kontingente:

Libyen: 200.000 Italiener
Italienisch-Ostafrika: 100.000 Italiener und 150.000 Mann einheimische Hilfstruppen
Ägypten: 63.000 Briten
Sudan: 9.000 Briten
Kenia: 9.000 Briten
Britisch-Somaliland: 2.000 Briten

Zu einer großangelegten Gegenoffensive sind eigentlich nur die Briten in Ägypten in der Lage, die man aber mit einem auch nur angedrohten Angriff ganz gut binden kann. Die Aktion soll ja auch dazu dienen, die Versorgung Ägyptens über See unmöglich zu machen oder erheblich zu erschweren (die Briten müssten dann Nachschub vom Persischen Golf aus heranführen). Mit den 9.000 Briten im Sudan muss man aber auch erst mal fertig werden. Dabei handelt es sich sicher nur um leichtbewaffnete Infanteriekräfte, aber sie dürften nicht über das große Land verteilt stehen, sondern sich in ihrer Mehrzahl an den gerade genannten verkehrsgünstigen Plätzen befinden oder sich dorthin bewegen (etwa von einem möglichen bis sicher anzunehmenden Hauptquartier in Khartum aus). Möglicherweise sollte man dann doch Kräfte in mindestens Regimentsstärke auf die Reise schicken. Insgesamt, behaupte ich mal, sind die Erfolgsaussichten am größten, so weit eine schnelle und überraschende Aktion a la Blitzkriegsstrategie gelingt.

Grüße, Holger
HolgerXX
 

Beitragvon Kuno » 4/12/2007, 22:12

Wir müssen unser Wüstenkommando wohl erst mal mit einer Karte versorgen. Werde mich in der Zentrale mal darum bemühen. Bis dahin baut ihr bitte mal die Fahrzeuge entsprechend um und rüstet den Posten UWEINAT erstmal mit allen Versorgungsgütern aus. ;-)
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Beitragvon mbberlin » 4/12/2007, 22:27

Fahrzeuge umbauen? Russfilter? Schneeketten? Spoiler?
mbberlin
 

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