Evakuierung/Kapitulation

Ground War

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Beitragvon Kuno » 2/7/2006, 15:36

Vor allem die mit dem kleinen Schlauchboot wären wohl nie "rüber" gekommen...
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Beitragvon UmbBer » 2/7/2006, 17:38

Die haben nicht alle Informationen gehabt wie wir jetzt. Die wüssten nicht was die Alliierte mit Gefangene machen würden. Dazu die Prospektiv 5-10 Jahre in Gefangenlager gesperrt zu werden ist nicht gut.
Sehnsucht nach Hause zu die Familie zurück zu gehen ist auch ein Motiv.
Patriottismus und weiter Kämpfen haben da nicht zu viel zu tun, denke ich mal.

Warscheinlich die wollten nicht bis nach Sizilien padeln, sondern die haben gehoft von eine ital. oder deu. Schiff gefunden zu werden.
Oder bis Lampedusa oder Pantelleria. Das sind nur,glaube ich, 30-40 Seemeilen.
UmbBer
 

Beitragvon Micha » 2/7/2006, 17:39

Hallo, Evakuierungs-Interessierte,

hier Literatur von einem, der noch rausgekommen ist:

Max Reisch "Mausefalle Afrika", Neckargemünd 1962

Das Buch ist recht spannend geschrieben, trotz Beschuss kam die kleine Mannschaft von Cap Bon mit einem Seelenverkäufer-Fischerboot nach Marittima, einer Sizilien vorgelagerten Insel; er berichtet anfangs auch vom Wüstenkrieg in Libyen.

Max Reisch bereiste bereits vor dem Krieg orientalische Länder. In den 50-er Jahren bereiste er Tunesien sowie Libyen und besuchte dort die Orte, die er im Afrika-Krieg tangiert hatte. Auch hierzu ein Reisebericht:
Max Reisch "Auf nach Afrika" Wien 1957.

Hier noch eine HP: http://www.maxreisch.at/

Gruß

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Beitragvon Kuestenjaeger » 2/7/2006, 17:59

Hallo,Umberto,schön das Du mal wieder vorbeischaust! :oops:

Bin ganz Deiner Meinung,auch die kleinen Boote wurden ja meistens zum Fischen gebaut,damit fährt man ja auch rauf aufs offene Meer.
In dieser Situation willst Du bestimmt nur weg,egal wie.
Es gab schon ausweglosere Situationen für richtige Schiffbrüchige oder Ausgesetzte.


Schöner Link,Micha,in welcher Einheit war er den,einer von den Sonderkommandos?
siehe Text:
"TRIPOLIS - Nordsahara - Libysche Wüste - Oase Siwa - Cyrenaika - Tunesien - Sizilien - NEAPEL

Im Zweiten Weltkrieg wird Max Reisch als Technischer Inspektor zum deutschen Afrika-Korps eingezogen und war im Nachschub für 800 Kraftfahrzeuge verantwortlich.

Dabei konnte er seine Forschertätigkeit fortsetzen, dem erfahrenen Pionier wird nämlich die Leitung eines Fahrzeugkorps übertragen, mit dem die Libysche Wüste erforscht werden soll. Zahlreiche Wasserstellen und Oasen werden mit den Kraftfahrzeugen erreicht."
Kuestenjaeger
 

Beitragvon Micha » 2/7/2006, 18:06

Zu Max Reisch:

Er war in einer ganz normalen DAK-Einheit. Nahm dort die Gelegenheit für eigene Trips abseits sicher mehrere Male wahr.
Sonderkommando? Die Flucht über See war vielleicht eines, aber mit "Eigenbefehl".

Gruß

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Beitragvon Kuestenjaeger » 2/7/2006, 18:27

Wenn Du das genauer weisst,welche Einheit war es denn nun?

Oder wurde auf der Homepage nur die Story eines "forschenden" Soldaten aufgebaut,damit er auch in Kriegszeiten als nur Forschender durchkam?
Kuestenjaeger
 

Beitragvon Micha » 2/7/2006, 19:26

Nun,

Reisch war Brigade-Ingenieur einer V (k)-Abteilung. Er war Herr über einen Kraftwagenwerkstatt-Zug, der bis el Alamein kam. In der Wüste zwischen Tripolis und Marsa Matruh sammelte er ständig eine Menge eigene und feindliche Fahrzeuge ein, um Proviant und Ersatzteile zu beschaffen.
Näheres war aus "Mausefalle Afrika" nicht zu entnehmen. Vielleicht erfährt man mehr über eine eMail an Reischs Sohn (siehe dazu auf der Reisch-HP).

Gruß

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Beitragvon Kuestenjaeger » 2/7/2006, 19:31

Das ist ja schonmal etwas.
Danke für die schnelle Antwort. :wink:
Kuestenjaeger
 

Beitragvon fezzo1 » 2/7/2006, 20:24

In dieser Situation willst Du bestimmt nur weg,egal wie.


vor allen Dingen,wenn die Alliierten Jäger (Zitat: Edmund Theil)
".....jedes Fahrzeug solange jagen bis es brennt....."

und für den "normalen" Soldaten keine Evakuierung vorgesehen war.

In einem "nicht schriftlich herausgegebenen" Befehl vom 31.März 1943 heißt es u.a.:

"Alles entbehrliche Personal der Stäbe und der rückwärtigen Einrichtungen,zum Beispiel aus dem Marine-Kommando,der Intendenza,den Wirtschaftsbehörden u.s.w.,war,soweit es der Transportraum zuließ,nach Italien abzuschieben.
...
Gesandter Rahn und der Führer des SS-Einsatzkommandos Tunis,Rauff,sicherten zu,daß der Abtransport der mit den deutschen Dienststellen zusammenarbeitenden französischen Abwehrleuten und der für die Alliierten politisch verdächtigen Franzosen in Kürze und ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden würde."

eine Sonderbehandlung ist da nicht zu übersehen.

Gruß
Jan
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Beitragvon Mephistopheles » 3/7/2006, 10:07

fezzo1 hat geschrieben:vor allen Dingen,wenn die Alliierten Jäger (Zitat: Edmund Theil)
".....jedes Fahrzeug solange jagen bis es brennt....."


Gerade deswegen aber... da waren auch Wasserfahrzeuge mit gemeint.
Wenn man die Dichte nimmt, mit der man hier Land, Luft und Wasser kontrollieren konnte und gerade auch die Jagdmaschinen auch kleine Boote - bis hin zum Schlauchboot angriffen!
Mephistopheles
 

Beitragvon fezzo1 » 11/8/2006, 19:24

....um so interessanter ist es,daß auf dem gleichen Schiff,welches deutsche Truppen nach Tunesien bringt,italienische Truppen eingeschifft wurden,um nach Italien zurückgebracht zu werden.

Gruß
Jan
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Max Reisch

Beitragvon ReischOrientArchiv » 7/11/2012, 20:32

Kuestenjaeger hat geschrieben:Das ist ja schonmal etwas.
Danke für die schnelle Antwort. :wink:

Habe mich erstmals auf diese Seite - verirrt - kann man nicht sagen, denn sehr interessant und Sie wissen viel!
Anbei für Sie ein Foto von Max Reisch, sogar ein Farbe-Dia, damals sehr selten.
Für weitere Informationen über Max Reisch kontaktieren Sie bitte:
reischarchiv@libero.it
denn ich bin nicht regelmäßiger Besucher des Forums.
Mit freundlichen Grüßen!
pr
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Max Reisch im Afrikakorps 1943
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