Evakuierung/Kapitulation

Ground War

Moderatoren: trapperjoe, Kuno

Beitragvon katana » 25/5/2005, 22:14

... dass war auch einer der Hauptgründe, warum die großen Seestreitkräfte selten zur See fuhren...


Kannst du mir für diese Behauptung Beispiele bzw. Quellen nennen?

Mfg
katana
 

Beitragvon Kapitän » 25/5/2005, 22:39

katana hat geschrieben:
... dass war auch einer der Hauptgründe, warum die großen Seestreitkräfte selten zur See fuhren...


Kannst du mir für diese Behauptung Beispiele bzw. Quellen nennen?

Mfg


Zu diesem Thema könnte ich Dir folgendes Buch empfehlen, habe es schon ein paar mal im Forum erwähnt
Ralf Georg Reuth
Entscheidung im Mittelmeer
Die südliche Peripherie Europas in der deutschen Strategie des Zweiten Weltkrieges 1940-1942
Bernard&Graefe Verlag
ISBN 3-7637-5453-9
Reuth ist ein renomierter Historiker und war Schüler bei einem der bekanntesten deutschen Historiker Andreas Hillgruber, ich denke das sagt eigentlich alles, kann dieses Buch wirklich empfehlen

oder noch eine Empfehlung
schon etwas älter und wohl nur noch über ZVAB zu erhalten
H. Fechter / G. Hümmelchen
Seekriegsatlas
Mittelmeer - Schwarzes Meer 1940-1943
J.F. Lehmanns Verlag München
P.S. Hier wird nicht nur auf den Seekrieg (Mittelmeer/Schwarzes Meer ) eingegangen, sondern auch der Wüstenkrieg findet sich dort wieder;
Zuletzt geändert von Kapitän am 26/5/2005, 09:18, insgesamt 1-mal geändert.
Kapitän
 

Beitragvon katana » 25/5/2005, 22:54

Danke für deine Buchempfehlungen.

Ich habe übrigens was verwechselt. Ich dachte du meinst die KM und nicht die RM. Jetzt ist alles klar.

Bei Zeiten werde ich mich mal nach den Büchern umsehen.

Mfg
katana
 

Beitragvon slowik » 19/6/2005, 22:32

Hi, meine erste Aktivität hier...


Kann mir jemand eine seriöse Zahl der Evakuierten nennen? Es interessiert mich sehr wie weit man es geschafft hat Personal auszufliegen/schiffen. Es wäre von Vorteil zu wissen welcher Truppengattungen diese angehörten.
Ein Hinweis auf eine gute Quelle wäre ebenfalls eine große Hilfe.

Danke im voraus.
slowik
 

Beitragvon dire » 19/6/2005, 23:11

Die Fragestellung ist wirklich höchst interessant.

Die verschiedenen Beiträge haben sich redlich bemüht, Gründe für die Nicht-Evakuierung zu nennen; sie sind nachvollziehbar. Letztendlich sind es aber persönliche Vermutungen und Erklärungsversuche.
Wenn man einmal bedenkt, dass Rommel und sein DAK einen hohen Prestigewert hatte, so bleibt das traurige Ende des DAK umso rätselhafter.
Eure Erklärungen in Ehren, aber hat es nicht wenigsten eine nachweisliche Planung zur Evakuierung gegeben, die man dann - aus den von euch genannten Gründen - fallen ließ ?
Für mich stellt sich das (verkürzt) so dar: Wir stehen mit dem Rücken zum Meer, die Übermacht ist groß -- Kampf bis zur letzten Patrone !

Konnte man sich wirklich so billig vom DAK verabschieden ?

MfG dire
dire
 

Beitragvon Mephistopheles » 20/6/2005, 11:19

Soweit ich weiß war überhaupt der Gedanke an eine Evakuierung im FHQ erst sehr spät gekommen. Sehr viel Zeit wurde mit Nachschub, Nachschub, Nachschub verplempert, statt sich dem Unvermeidlichen zu stellen - was aus meiner Sicht auch für den Rückzug durch Italien gilt.

Ich kann mom leider nicht nachschauen, aber ich glaube das erst wenige Wochen (sind wahrscheinlich schon zu lange)/Tage vor der Kapitulation letztlich von Evakuierung die Rede war. Zuvor hat man vielleicht planmäßig ein paar "Spezialisten" abgeholt - mehr aber kaum.

Die Kapitulation des DAK (ich meine die konnten ja auch nicht mehr anders) war nach der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad der zweite massive Verlust für das Deutsche Reich - auch wenn man sicher angesichts der allgemeinen Verluste in der Sowjetunion die Rolle des DAK relativieren muß. Moralisch war es ein schwerer Schlag und auch die Zahl der Gefangenen/Gefallenen war ja nicht unerheblich.

Eine Frage die sich diesbezüglich auch stellt ist, warum man doch einige hohe Führungskräfte mit gehen ließ und diese nicht vor dem Zugriff der Alliierten herausholte. Aber vielleicht erschien dies in den letzten Tagen dann als zu gefährlich, oder wollte man nicht wie die Ratten das sinkende Schiff verlassen?
Mephistopheles
 

Beitragvon slowik » 20/6/2005, 13:15

Aber wie hoch sind den die Zahlen der Evakuierten (z.B der erwähnten "Spezialisten")?
slowik
 

Beitragvon dire » 20/6/2005, 22:00

Mephistopheles hat geschrieben:... sehr viel Zeit [...] verplempert, statt sich dem Unvermeidlichen zu stellen...


@Mephistopheles, ich fürchte, du hast recht. Wahrscheinlich ist die Antwort tatsächlich so banal.

Das würde natürlich ins Bild passen. Man hat in vergleichbaren Situationen (Stalingrad - kurz zuvor) ja ebenfalls derart gezaudert bis es letztendlich nichts mehr zu entscheiden gab. Dabei hat jeder einfache Landser um die Dinge gewusst. Mein Vater schreibt in der FP kurz vor der DAK-Kapitulation: "Wahrscheinlich ist da unten bald Schluss..." Da wusste er schon wieder mehr als im OKW.

In diesem Zusammenhang muss ich wirklich mal euch "Afrikaner" fragen: Hat es denn in dieser Lage überhaupt noch Sinn gemacht, die s.Pz.Abtl.501 nach Afrika zu verlegen ? Hätte man nicht den Schiffs- und Luftfrachtraum umgekehrt für eine Evakuierung nutzen sollen ?
Ich fürchte beinahe, dass auch hier die Antwort von Mephistopheles zutrifft...

Übrigens: Ich habe in diesem Zusammenhang eine Frage unter "Museen und Denkmäler" gepostet. Vielleicht mal kurz reinschauen.

http://www.afrika-korps.de/forum/viewtopic.php?t=1465

MfG dire
dire
 

Beitragvon dire » 20/6/2005, 22:43

Nachtrag:

Irgendwas im Hinterkopf sagte mir, "Da ist doch noch was im Archiv..." -- und prompt finde ich den VB vom 14. Mai 1943: Der Heldenkampf in Tunis ruhmvoll abgeschlossen.

Im Kommentar heißt es (Auszug):

Nicht heute und nicht morgen - vielleicht erst nach diesem großen Kriege wird das Buch deutschen Heldentums in Afrika ganz aufgeschlagen werden können. Dann erst werden wir der Umwelt sagen und mit genauen Zahlen beweisen dürfen, gegen welches Maß von Übermacht der deutsche Afrikakämpfer zwei volle Jahre lang gekämpft hat. Und selbst dann noch wird es notwendig sein, diesen oder jenen Gefechtsbericht im Faksimile wiederzugeben, um auch den letzten Zweifler davon zu überzeugen, daß diese unerhörten Leistungen des Mannesmutes tatsächlich mit Mitteln vollbracht werden konnten, die in einem oft grotesken Mißverhältnis zu den Mitteln des Feindes standen. [...]

So einfach war das.

MfG dire
Dateianhänge
00 - VB 14-MAI-1943.jpg
00 - VB 14-MAI-1943.jpg (49.99 KiB) 1241-mal betrachtet
dire
 

Beitragvon Mephistopheles » 20/6/2005, 23:50

Hier noch etwas "anderes" zum Thema: Meldungen aus dem Reich (Nr.381) 6. Mai 43

[...] Obwohl viel über [...] einen drohenden Zusammenbruch der Front in Tunesien [...] gesprochen werde, seien die Volksgenossen nicht nervös, sondern ruhig.
[...] Es fehlt jedoch an der nötigen Überzeugung und dem Glauben an den Endsieg.

Tja, was man im Volk schon kommen sah, wollte man beim SD wohl nicht sooo ganz glauben.
Mephistopheles
 

Beitragvon Mephistopheles » 21/6/2005, 00:18

Interessant ist ferner, das...

nach Stalingrad und der Aufgabe Nordafrikas das Interesse der deutschen Bevölkerung an den militärischen Nachrichten massiv abgenommen hat - eine Art Verdrängungsreaktion?

Auch sieht die Beurteilung der Lage eher pessimistisch aus (wie oben bereits erwähnt). Der Verlust Nordafrikas stellt - wie es aussieht - für die deutsche Bevölkerung weniger ein Problem dar, das diskutiert werden müßte, oder zu größeren offenen Reaktionen führt. Meist sind es nur Angehörige, die sich um den Verbleib ihrer Leute sorgen, aber wohl nach erhalt einer Nachricht über die Kriegsgefangenschaft (bei Briten/Amerikanern) auch abklingen.

Die einzige Frage die wohl verbreitet gestellt wird, ist die nach der Zahl der in Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten. In bestimmten Kreisen wird maximal noch an einen Kompromißfrieden geglaubt - wenn überhaupt!

Ich denke aber, das der fehlende Glaube an den Endsieg weniger durch den Zusammenbruch der Afrikafront ausgelöst wurde, sondern vielmehr durch die allgemeine militärische Lage. Die "Kapitulation" hat anscheinend kaum Reaktionen hervorgerufen - oder zumindest wurden diese vom SD wohl weniger zur Kenntnis genommen. Wie sah es da aus? Hat jemand Quellen dazu?
Mephistopheles
 

Beitragvon slowik » 21/6/2005, 00:29

Inzwischen flehe ich euch um eine Zahl an.

Bitte ! :cry:
slowik
 

Beitragvon Mephistopheles » 21/6/2005, 00:36

Sorry, kann ich mom nicht mit dienen - leider! :-(
Mephistopheles
 

Beitragvon slowik » 21/6/2005, 15:05

Schade, hoffentlich kann jemand auf diesem Forum mir helfen, es ist sehr schwer iirgendwo was zu finden
slowik
 

Beitragvon Kuestenjaeger » 21/6/2005, 15:09

Darum findest Du wohl auch hier nichts,wir können auch nicht zaubern! :roll:
Bist ja echt hartnäckig.
Kuestenjaeger
 

VorherigeNächste

Zurück zu Bodenkrieg

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast