Panzer lll und Panzer lV

Tanks & Armored Vehicles

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Panzer lll und Panzer lV

Beitragvon Kuno » 15/6/2004, 13:42

Kann jemand die Hauptunterschiede zwischen den beiden Eisenkisten erlaeutern?

Vor allem der Pz lV ist mir irgendwie suspekt. War der nun wirklich eine Weiterentwickiung vom Pz lll oder hatte der urspruenglich eine andere Aufgabe?

Nochwas drueckt mich: Die pummelige Stummelkanone vom Pz lV sieht doch irgendwie schlecht aus. Was war denn der Vorteil von so einem kurzen Teil?
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Beitragvon tom! » 15/6/2004, 15:03

tom sagt:

:!:

Der Panzer III wurde von vornherein als Hauptkampfpanzer entworfen. Er sollte eine panzerbrechende Waffe erhalten. Hitler forderte bereits zu Beginn der Entwicklung 1935 eine 5 cm Kanone, das Heereswaffenamt beschloss aber gegen Hitler, dass eine 3,7 cm Kanone ausreicht. Der Turm wurde jedoch so konzipiert, dass der Einbau einer 5 cm Kanone jederzeit möglich war.

Der Panzer IV wurde paralell zum Panzer III als Nahunterstützungsfahrzeug mit entsprechend kalibermäßig größerer Bewaffnung geplant, die jedoch nicht unbedingt panzerbrechend sein sollte. Er sollte die mit der kleinen panzerbrechenden Kanone ausgestatteten Panzer III gegen Feldstellungen und leichte Bunker unterstützen.

Dafür war die L/24er Kanone sehr gut geeignet. Die Briten haben das System mit ihren CS-Varianten auch angewendet.

Der Hauptunterschied zwischen den beiden Panzern liegt an den Ausmaßen und der Panzerung. Der Panzer III war etwas kleiner, dafür besser gepanzert. Der Panzer IV war größer und schwächer gepanzert. Das war dann auch das Hauptproblem in der Folge.

Der Panzer III konnte nicht mehr als die kurze 7,5 cm L/24 aufnehmen, was ihn als Kampfpanzer ausscheiden ließ.

Der Panzer IV hingegen musste zunächst eine stärkere Panzerung bekommen, um im Panzerkampf bestehen zu können. Das wirkte sich natürlich auf das Gewicht aus, was einige Änderungen im Bereich Fahrwerk und Antrieb nötig machte. Letztendlich war der Panzer IV als Kampfpanzer immer etwas überfordert, da er nicht als solcher ausgelegt war. Nicht umsonst sollte er ab Mitte 1944 durch den Panther ersetzt werden, was aufgrund von Frontbedarf und Leistungsfähigkeit der Industrie nicht gelang.


Zur L/24:
Kurze Kanone = geringe Mündungsgeschwindigkeit = geringere Reichweite und/oder gekrümmte Flugbahn. Ideal gegen Stellungen.

Kalibermäßig war man zur Zeit der Entwicklung weiter gegangen, als alle anderen Nationen, die für solche Zwecke entweder keine Modelle hatten (Briten und Amerikaner) oder 3,7 cm sowie 4,7 cm Kanonen. Ausnahme war der französische Char B, der ab 1938 im Bug mit einer 7,5 cm Haubitze ausgerüstet war.

Gruß

tom :wink:
tom!
 

Beitragvon Kuno » 15/6/2004, 15:06

He, das war ja voll umfassend! Dankeschoen!
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Beitragvon Gast » 15/6/2004, 15:20

Der PzKpfw. IV war schneller als der IIIer und hatte in einigen Ausführungen einen größeren Fahrbereich. Der Kraftstoffverbrauch war allerdings auch höher.

Thema Panzerung - hier würde ich eher sagen, das sie sich eher kaum unterschieden, der IV im Vergleich der A-Ausführungen sogar im Bereich Turm besser gepänzert war

@ tom!

Kannst Du das mal checken?

Bis dann...

Hudson
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Beitragvon tom! » 15/6/2004, 15:24

tom sagt:

:!:

Werd´ heut´abend mal Spielberger konsultieren.

Gruß

tom :wink:
tom!
 

Pz 3

Beitragvon Kuno » 15/6/2004, 18:32

Hier ein Bild vom Pz lll: auch geklaut - weiss nur nicht mehr wo...
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Pz 4

Beitragvon Kuno » 15/6/2004, 18:39

Und hier noch ein Bild vom "kurzen" Pz iV. Auch von http://www.panzermodellbau.de
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Beitragvon tom! » 16/6/2004, 11:33

Hudson hat geschrieben:Der PzKpfw. IV war schneller als der IIIer und hatte in einigen Ausführungen einen größeren Fahrbereich. Der Kraftstoffverbrauch war allerdings auch höher.

Thema Panzerung - hier würde ich eher sagen, das sie sich eher kaum unterschieden, der IV im Vergleich der A-Ausführungen sogar im Bereich Turm besser gepänzert war


Der Panzer III A war ein Testmodell mit 14,5 mm Panzerung rundum.
Die Ausführungen B bis D dienten vor allem der Fahrwerkserprobung.

Erstes Serienmodell war die Version E. Die Panzerung war vorne und an den Seiten 30 mm stark, am Heck 21 mm. Der Turm war rundum 30 mm stark gepanzert. Das Leistungsgewicht betrug bei 19,5 t 15,15 PS/t. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 40 km/h bei einem Verbrauch von 187 l je 100 km auf der Straße und 320 l Tankkapazität.


Erstes Serienmodell des Panzer IV war die Version A. Die Panzerung war rundum 15 mm stark. Das Leistungsgewicht betrug bei 18,4 t 13,6 PS/t. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 31 km/h bei einem Verbrauch von 313 l je 100 km auf der Straße und 470 l Tankkapazität.

Zeitgleich zum Panzer III E lief die Produktion des Panzer IV C. Die Panzerung von Turmfront und Wannenfront wurde auf 30 mm erhöht. Das Leistungsgewicht betrug bei 19 t 15,8 PS/t. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 40 km/h bei einem Verbrauch von 235 l je 100 km auf der Straße und 470 l Tankkapazität.

Durch die größere Kettenauflagelänge des Panzer IV hatte er einen etwas geringeren Bodendruck. Dafür hatte der Panzer III die kleinere Silouette, da er 24 cm flacher war.

Gruß

tom :wink:
tom!
 

Beitragvon Gast » 16/6/2004, 11:50

Hi Tom,

jo, das kommt bei mir etwa auch raus... was verwendest Du für eine Quelle?

Schöne Grüße

Hudson
Gast
 

Beitragvon tom! » 16/6/2004, 12:23

tom sagt:

:!:

Motorbuchverlag
Walther Spielberger
Reihe Militärfahrzeuge
Band 3
"Der Panzerkampfwagen III und seine Abarten"


Band 4
"Der Panzerkampfwagen IV und seine Abarten"
(ist derzeit leider verliehen)



http://www.onwar.com

http://www.panzerlexikon.de

http://www.lexikonderwehrmacht.de

http://www.achtungpanzer.com


Gruß

tom :wink:
tom!
 

Beitragvon Gast » 16/6/2004, 12:44

@ tom

thx!

Hudson
Gast
 

Beitragvon Zugvogel » 19/7/2004, 18:35

Hmmm... Ich denke mal das auch die relativ schwache Panzerung das Problem war.An der Ostfront waren auch PanzerIII und Panzer IV eingesetzt aber hatten erhebliche Probleme wenn sie ein T34 erwischt hat.Das selbe dürfte wohl für das Afrikakorps gelten,bei aufanandertreffen mit den Briten.
Später galt auch eher das Motto "um so Schwerer um so besser"..Auch wenn das bei Bekämpfen von Erdzielen nicht immer so einfach war.

Gruss ZV
Zugvogel
 

Beitragvon Panzerkommandant » 21/7/2004, 08:48

An der Ostfront waren auch PanzerIII und Panzer IV eingesetzt aber hatten erhebliche Probleme wenn sie ein T34 erwischt hat.

@Zugvogel:

Hm ..., war ja dann doch mal nett Vormuliert! :roll: So wie ich es aus so fast allen Büchern entnehmen konnte, hatte der Pz IV sogut wie keine Change gegen den T 34/76, geschweigedenn gegen den T 34/85. Wenn er denn einen Wirkungstreffer erzielen wollte, musste er schon sehr Nah an den Feindpanzer rankommen! Dürfte nicht so einfach gewesen sein!

Dann nochmal für alle:

Die genannten Bücher von Spielberger, sind in Sachen PAnzerkampfwagen, wohl das beste was man bekommen kann! Da wird wirklich "jede" Schraube benannt und alle Ausführungen des Fahrzeuges!
Panzerkommandant
 

Beitragvon katana » 3/8/2004, 11:26

So nach längerer Abstinenz bin ich auch wiedereinmal da.

@Panzerkommandant

1.) Herzlich Willkommen im Forum

2.)
....hatte der Pz IV sogut wie keine Change gegen den T 34/76, geschweigedenn gegen den T 34/85.Wenn er denn einen Wirkungstreffer erzielen wollte, musste er schon sehr Nah an den Feindpanzer rankommen!


Dem kann ich ja nun nicht zustimmen.

Nachdem es sich bei den genannten T34-Typen schon um weiterentwickelte Typen handlete,nehme ich auch eine bessere
Pz. IV vers.
An Panzerung und Wendigkeit war der Pz. IV klar unterlegen aber an Feuerkraft nicht unbedingt.
Immerhin konnte der Pz. IV mit der 7,5 cm-KwK.40 L/48 bei 30 ° sowohl mit der Pzgr.39 als auch 40 den T 34 schon ab teilw.
1500-2000 m ausschalten.
Mit der Kw.K. 42 L/70 und der Pzgr.40/42 sogar auf 2000m überall.

Der Pz. IV musste also nicht nahe an das Ziel heranfahren,wenn er einen Wirkungstreffer landen wollte,denn 2000 m war eine Standardkampfentfernung.

PS: Die Bücher von Spielberger sind tatsächlich Referenz zum Thema Heeresmotorisierung.

Mfg
katana
 

Beitragvon Kuno » 4/8/2004, 10:22

Jungs - kommt wieder zurueck nach Afrika!
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