Geplanter Kampfschwimmereinsatz gegen Suezkanal 1945

Special Forces (Axis)

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Geplanter Kampfschwimmereinsatz gegen Suezkanal 1945

Beitragvon Kuestenjaeger » 28/6/2006, 08:54

Im Buche "Agenten unter Wasser" wird sehr ausführlich über einen geplanten Kampfschwimmereinsatz gegen den Suezkanal berichtet!!!

Januar 1945(!!!) wurde Major Friedrich Hummel mit der Planung,Vorbereitung und Durchführung von Skorzeny beauftragt.
Es kam wegen verschiedenen Verzögerungen und fehlender Transportmittel nicht mehr zur Ausführung.
Folgende Planung (in Kurzform):
-5 Mann Kampfschwimmergruppe mit Flugzeug von Rhodos in die Nähe Ismailia am Timsah-See südöstlich von Port Said absetzen

-Weitertransport mit abgesetzten geländegängigen Pkw (inklusive der Minen)

-Durchschlagen zum Suezkanal und ausbringen der speziellen Minen-Fangvorrichtungen mit je sechs Minen

-bei einfahrenden Geleitzügen sollten jeweils die ersten sechs Schiffe mit jeweils sechs Minen bestückt werden

-durch entsprechend eingestellten Zündvorrichtungen sollten die Schiffe möglichst dicht nebeneinander versenkt werden um den Kanal für Monate zu sperren

-danach Rückzug und Internierung mit deutschen Uniformen und dem Pkw nach Saudi-Arabien

-------------------------------------------------------------------------------------

Da diese Planung ja über das dem Reichssicherheitshauptamt unterstellte Jagdkommando unter Skorzeny lief,wundert man sich im Nachhinein,das die Führung der Kriegsmarine nicht vorher schon auf diese Idee kam.
Das hätte die Kräfte in Afrika ja ungemein entlasten können.
Aber sowas noch im Januar 1945 in Auftrag zu geben,kann man dieses schon als "fanatisch" bezeichnen.
Deutschland kurz vorm Zusammenmbruch,Rhodos isoliert,da hätte diese Sperrung nichts mehr ausgemacht.
Trotzdem mal wieder eine interessante Story.
Mir war diese geplante Einsatz bisher zumindest unbekannt.
Kuestenjaeger
 

Beitragvon fezzo1 » 28/6/2006, 16:19

Hallo Kuestenjaeger,

zu Skorzeny fällt mir gerade nur ein,daß er sich gern mit den Loorbeeren anderer geschmückt hat.

Bestes Beispiel ist wohl die "Befreiung" Mussolini´s vom Gran Sasso.
Das ganze Unternehmen wurde vom I./Falsch.Jg.Rgt.7 durchgeführt.
Ausgedacht und geplant von General Student,wurden den Fallschirmjägern Skorzeny und ein 40 Mann starkes SS-Kommando an die Seite gestellt.

Aber zum Thema:

Hat man nicht vorher auch schon versucht,Schiffe im Suez-Kanal zu bombardieren um ihn damit für den Verkehr zu sperren?

Und warum dann über Land?
Am 19.Dez.1941 haben doch die Italiener mit Kleinst-U-Booten 2 Schlachtschiffe,die Queen Elizabeth und die Valiant,schwer beschädigt sowie einen Tanker.

Gruß
Jan
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Beitragvon Kuestenjaeger » 28/6/2006, 17:49

Skorzeny: Jo,da gibt es auch ein schönes Video Spezialeinheiten - Fallschirmjäger Video
Dort wird der Einsatz von Beteiligten geschildert,ich hatte nicht gedacht,das es da noch Veteranen gab.
Die Tatsache ist ja schon ewig bekannt,dazu hatte ich auch mal gelesen,das man es nach dem Kriegh dabei belassen hat,um nicht die beteiligten Veteranen in der damaligen DDR zu gefährden.
Zumindest klärte er,auch mit Einbeziehung von V-Leuten,ja im Falle von der Gran Sasso Geschichte auf.

Das mit den Fliegern habe ich auch schonmal gehört,weiss da aber im Moment auch nichts näheres.

Und wie sollten Deiner Meinung nach die Mini-U-Boote dorthin gelangen?
Nee,die Idee war schon gut,nur EEEEETWAS zu spät.
Kuestenjaeger
 

Beitragvon fezzo1 » 28/6/2006, 18:15

Das mit den Fliegern habe ich auch schonmal gehört,weiss da aber im Moment auch nichts näheres.


genauso geht´s mir auch......

Und wie sollten Deiner Meinung nach die Mini-U-Boote dorthin gelangen?


nun,es war ,1941,3 Mini-U-Booten möglich in den Hafen von Alexandria einzudringen.
Port Said,der "Eingang" zum Kanal liegt nur ca.100 Km weiter nördlich.
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Beitragvon Kuestenjaeger » 28/6/2006, 18:25

Das waren ja umgebaute Torpedos,keine Mini-U-Boote.
Keine Chance mit der geringen Reichweite.

Ausserdem wissen wir nicht,wie der Kanal damals mit Netzsperren und weiteren Sachen gesichert war.
Kuestenjaeger
 

Beitragvon fezzo1 » 28/6/2006, 18:25

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Beitragvon DAKKER » 28/6/2006, 19:14

Es kam wegen verschiedenen Verzögerungen und fehlender Transportmittel nicht mehr zur Ausführung.


Hahahahahahaha. Und zum Südpol wollten sie auch noch. Hatten aber dann eben auch keine Transportmittel mehr. Was D nicht schon alles wollte!
DAKKER
 

Beitragvon fezzo1 » 28/6/2006, 19:22

Ausserdem wissen wir nicht,wie der Kanal damals mit Netzsperren und weiteren Sachen gesichert war


zumindest wissen wir,daß der Hafen mit Netzsperren gesichert war.
die Minen wurden unter den Schiffen platziert und explodierten 3 Std. später.Genug Zeit für die "Torpedo-Besatzungen" sich gefangen nehmen zu lassen und dem Kapitän eines der Schlachtschiffe ihre "Missetat" zu gestehen. :mrgreen:
....natürlich etwas zu spät zum Auslaufen
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Beitragvon fezzo1 » 28/6/2006, 20:04

Das mit den Fliegern habe ich auch schonmal gehört,weiss da aber im Moment auch nichts näheres.


"....daß der Suezkanal mal wieder gesperrt sei. Dies kam 1941 öfters vor. Die von Rhodos aus operierenden vier Heinkel 111 der 2. Staffel des Kampfgeschwaders 4 warfen regelmäßig Minen in den Kanal, was entweder zu ....."

ebenso die 2./KG 26,siehe:

http://www.taucher.net/redaktion/2/Die_ ... _sub2.html

Gruß
Jan
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Beitragvon Kuestenjaeger » 28/6/2006, 20:06

Das ist ja alles schon bekannt,deshalb wissen wir immer noch nicht,ob es im Kanal so war.
Kuestenjaeger
 

Beitragvon fezzo1 » 29/6/2006, 09:37

Moin,

es wäre zumindest naheliegend,daß die großen Einheiten der britischen Mittelmeer-Flotte ähnlich,wenn nicht stärker gesichert gewesen wären,als der Kanal.

Ist eh alles Spekulation,
aber auch die Straße von Gibraltar konnte 41/42 teilweise mit U-Booten passiert werden.

Frage ich mich,wie man 1945,als der Wirkungsbereich der deutschen Streitkräfte sich gerade noch auf die eigenen Landesgrenzen beschränkte,
auf solche Pläne kommen kann.

Gruß
Jan
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Beitragvon Kuestenjaeger » 29/6/2006, 15:26

Wie schon gesagt,die Idee formal war ja nicht schlecht,da aber die Kleinkampfmittel und die Kampfschwimmer fast von allen unterschätzt wurden,und dementsprechend kam man auf solche Sachen anscheinend erst zu spät.
Die Pläne kamen aus den Reihen der SS,das dürfte fast alles aussagen.
Den Sinn werden wir halt nie ergründen.
Da aber amerikanische,französische und russische Akten ausgewertet wurden,die jetzt erst öffentlich zugänglich waren,denke ich schon an dementspechende Gedankengänge.
Kuestenjaeger
 

Beitragvon DAKKER » 9/7/2006, 10:38

Waren das nun jetzt seriöse Planungen oder nur so eine Idee, welche auf einen Bierdeckel gekritzelt wurde (ähnlich wie bei den vielen Wunderwaffen, die die Kriegsentscheidung doch noch zugunsten von Deutschland wenden sollten)?

(Ist keine ironisch gemeinte Frage!)
DAKKER
 

Beitragvon Kuestenjaeger » 9/7/2006, 14:27

Da müsstest Du den Autor fragen,der hatte Zugang zu endlich freigegebenen Verhörakten und den persönlichen Unterlagen von Hummel.
Kuestenjaeger
 

Beitragvon Kuno » 9/7/2006, 14:35

Wunderwaffen bringt mich gerade auf einen Gedanken; die Deutschen hatten ja gegen Ende des Krieges extrem viele "Planungen" für zT. äuuserst bizzare neue Flugzeuge. Dazu gibt es die Aussage eines damaligen B&V-Ingenieurs (welche ja eh schon für ihre unorthodoxen Entwürfe bekannt waren), dass je mehr man die Betriebe durchkämmte um Frontkämpfer für ein letztes Aufgebot zusammenzukratzen, desto mehr die Leute auf verrückte Ideen kamen - kriegsentscheidende Ideen- um so weiter an ihren Standorten verbleiben zu können bzw. eben nicht an die Front verbracht zu werden.

Ich könnte mir hier ähnliches auch vorstellen!
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