Unternehmen XYZ :

Special Forces (Axis)

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Unternehmen XYZ :

Beitragvon Franz - DAK prescht vor » 8/1/2004, 15:11

Hallo !

Mein Fliegerleben

Unteroffizier Günter Frenzel

Im Sommer 1942 flog ich mit meiner Ju 52 1Z+KV in Lybien/Nordafrika von Gambut nach Tripolis. Ich musste in Syrte zwischentanken. Nach der Landung kam ein Herr in Zivil auf mich zu und forderte mich auf mit ihm zu kommen. Ich griff nach meiner Pistole um mich gegebenenfalls zu verteidigen, denn die Art dieser Begegnung war nicht normal. Er sagte, ich müsste keine Sorge haben und zeigte mir einen Ausweis, welcher ihn als SS-Offizier auswies. Ich ging mit, aber hinter ihm mit Abstand. Ich wollte mich um mein Flugzeug mit Besatzung kümmern. Das war aber nicht möglich, denn es rollte schon auf der Startbahn - und startete ohne mich.


Wir, der SS-Mann und ich kamen im Ort Syrte in einem Haus an. In dem Zimmer, in welchem unsere Ankunft bereits erwartet wurde, befanden sich ein Oberst der Luftwaffe, ein SS-Offizier mit Eichenlaub als Rangabzeichen und zwei Herren in Zivil. Ich meldete mich bei dem Oberst: Unteroffizier Günter Frenzel, Flugzeugführer von 1Z+KV 11.Staffel III.KG z.b.V. 1 auf dem Flug nach usw. .....



Da sagte einer von den zwei Herren in Zivil: Sie sind nicht Günter Frenzel, sondern Sie heißen Sergant Georg Frankie ( in englisch ).
Jetzt stand der SS-Offizier auf, gab mir die Hand und beruhigte mich und sagte: " Es hat alles seine Richtigkeit und die beiden Zivilpersonen werden Sie über alles aufklären. "




In einem anderen Zimmer kam die die Aufklärung zu dem sonderbaren Erlebnis. Sie erzählten, dass die Engländer und Amerikaner durch Zentral-Afrika, von Dakar nach dem Golf von Aden eine Versorgungslinie aufgebaut haben mit einem Versorgungszentrum in der Mitte, in Belgisch Kongo. Treibstofflager - Hallen - Gebäude - verschiedener Art usw. Wir werden mit unserem Luftangriff alles zerstören. D.h., 3 Bomber vom Typ Vickers-Wellington mit englischer Kokarde, gesteuert von deutschen Piloten in englischer Uniform, werden den Angriff ausführen. Die drei Besatzungen sind vorbereitet worden. Die Flugzeuge und Besatzungen befinden sich getarnt im Süden von Lybien in der Oase Girabub. Der Einsatz steht kurz bevor. Einer von den drei Piloten ist durch Krankheit ausgefallen und den sollte ich ersetzen. Man hatte mich ausgesucht, weil man mir zutraute, dass ich dies schaffen würde.


Alle drei Besatzungen sprachen perfekt englisch, ich leider nicht, aber darüber später. Nach unserem Wissen ist die Luftabwehr noch nicht bereit, sie wird es aber in Kürze sein. Der Einsatz ist: In dem die drei Bomber nach dort fliegen und auf dem Flugfeld landen. Die Ankunft ist vorbereitet. Angeblich kommen drei Flugzeuge von Gibralta mit dem Ziel Ägypten/Alexandria. Der Umweg sei so gewählt um die deutsche Luftabwehr zu umfliegen. Am Boden werden die Flugzeuge betankt um dann weiter zu fliegen. Damit Sie nicht erkannt werden durch mangelnde englische Sprachkenntnis, hält ihr Beobachter Sie mit der Begründung auf Abstand, Sie haben eine ansteckende Krankheit.
Um die Glaubhaftigkeit zu unterstützen müssen Sie ab und zu in Ihr Taschentuch husten und dabei rote Marmelade mit ausspucken.



Nach dem Start fliegen die 3 Maschinen eine Runde und werden nach festgelegtem Plan ihre Bomben ab. Die großen Treibstoffbehälter werden mit Bordwaffen in Brand geschossen. Danach Heimflug, zum Schein in Richtung Alexandria, aber nach kurzer Zeit Richtung Lybien und Landung in der Oase von Girabub, wo der Start erfolgte. Die deutsche Luftwaffe wird einen Angriff durchführen um die englische Luftwaffe ab zu lenken. Mein Beobachter war sehr nervös, er zählte an den Knöpfen ab und sagte immer, kommen die Tommis oder kommen sie nicht. Damit hat er meine Nervosität gesteigert. Ich war im Grunde wenig aufgeregt, aber froh als wir in Girabub glatt ohne Zwischenfälle gelandet waren.



Auf dem Platz stand eine Me 108 und nachdem ich meine deutsche Uniform wieder angezogen hatte ging es nach Tripolis. Ich meldete mich bei meinem Staffelkapitän Hauptmann Fridolin Fath zurück. Er wusste wo ich war. Ich meldete mich vom " Überlebenskursus " zurück. Er war uns vor dem Einsatz auferlegt, - von XYZ volles Schweigen -. Weiter hat man uns gesagt, dass dieser Flug nach der Haager Landkriegsvereinbarung für uns mit einem Todesurteil verbunden wäre. Wir hatten alle eine Zyankalikapsel erhalten für alle Fälle. Eine Anweisung für die Benutzung gab es nicht. Ich habe über XYZ immer geschwiegen. Nach nicht all zu langer Zeit sah ich einen Bericht über XYZ in der Berliner Illustrierten Zeitung. Auch ergab sich eine Diskussion unter Kameraden. Aber ich habe dazu keine Stellung abgegeben.



Nach etwa zwei Monaten kam ich auf dem Flugplatz Derna/Lybien in englische Gefangenschaft. Der Platz war als ich in Athen startete noch in deutscher Hand. Sch.... Was nun ? Ich dachte nach, nachdem ich von meiner Besatzung getrennt worden war.



Da kam plötzlich ein Angriff von deutschen Stuka-Bombern auf die englische Panzerspitze, begleitet von Jagdschutz, welcher mit in den Angriff einschloss. Da waren die Engländer und ich und meine Besatzung in den Schutzgräben. Die Situation gab Anstoss aus dem Graben raus, desgleichen auch mein Bordmechaniker, - auf zu meiner Maschine. Man schoss nach uns, aber ohne Erfolg. Motoren anlassen und Gas geben. Ich bin, ohne in die normale Richtung, gestartet. Das Schicksal hat Regie geführt. Über die englischen Panzer in wenigen Metern Höhe war ich der Todesstrafe entronnen. Mein Mechaniker wusste ja nicht in welcher Gefahr ich war.



In Benina gelandet habe ich meine Staffel verständigt. Mein Staffelkapitän, welcher von dem XYZ Einsatz wusste, hat nach meiner verspäteten Rückkunft eine Show gemacht. Er hat zum Schein meine Flucht aus Gefangenschaft, nicht Ernst genommen. Er hat gesagt, hauchen Sie mich mal an. Damit war der Fall erst einmal erledigt. Am Abend musste ich in Ruhe ihm und dem Kommandeur berichten. Der Kommandeur wusste auch von meiner Teilnahme an dem Unternehmen " XYZ ". Diese Angelegenheit hat im Wesentlichen zur späteren Verleihung des Ritterkreuzes mit beigetragen.

Ihr Franz - DAK prescht vor
Franz - DAK prescht vor
 

Beitragvon Kuno » 8/1/2004, 15:36

@ Franz

Ich habe schon einmal irgendwo so etwas gelesen, dabei sollen mit erbeuteten B-17 Bombern der Hafen von LAGOS / NIGERIA bombardiert worden sein. Kann aber keine schlaue Referenz zu dem Kapitel finden...

Deine Geschichte ist äusserst interresant! Wirklich! Kannst du vielleicht auch noch ein genaueres Datum dazu angeben?

Deinem Bericht entnehme ich, dass Ausgangs- und Endpunkt der Aktion das Flugfeld von GIARABUB war - korrekt?

...die Flugzeuge sollten auf dem zu bombardierenden alliierten Flugplatz landen und auch noch betankt werden - korrekt?
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Beitragvon Franz - DAK prescht vor » 8/1/2004, 19:34

Hallo, Kuno !

Nun, Deine Einschätzungen sind korrekt, bezüglich des Operationsablaufes. Zudem muss ich nochmal sagen, dass ich hier mit den Worten von Günter Frenzel selbst gesprochen habe. Habe einen kopierten Brief von dem Herrn über Bekanntschaft erhalten. Das genaue Datum wäre mir jetzt nicht geläufig.
Franz - DAK prescht vor
 

Beitragvon Kuno » 8/1/2004, 19:50

Hallo Franz

Es ist ein Zufall, dass ich heute gerade ein Buch aus einem Antiquariat erhalten habe. Dummerweise habe ich es auch noch gleich gelesen und bin auf den Namen Günther Frenzel gestossen.

"Eine von Günther Frenzel geflogene JU-52.... ....am 23.12.1942 wurde er für seine vielen Versorgungsflüge, als einer der wenigen Transportflieger, mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Der Ausgangspunkt GIARABUB macht mir irgendwie keinen Sinn. Da der Südosten von LY schon lange nicht mehr in der Hand der Achse war, hätte man fast 1000 Kilometer mehr fliegen müssen um die Alliierte Versorgungsroute anzugreifen als wenn man das Unternehmen ähnlich wie den Angriff auf Fort LAMY durch das Sonderkommando BLAICH über ein Flugfeld in der Nähe von GATROUN asugeführt hätte. Die Wellington-Bomber sind ja auch nur mit etwa 2000 Kilometern Reichweite versehen gewesen.

Die Erwähnung einer wichtigen Alliierten Versorgungsbasis in BELGISCH-KONGO kommt mir auch etwas seltsam vor. Nicht dass ich jetzt im Detail Bescheid wüsste. Aber die Hauptroute ging von DAKAR über Fort LAMY nach dem Golf von ADEN. BELGISCH-KONGO liegt doch noch ein Stück südlicher...
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Beitragvon Kuno » 8/1/2004, 20:18

Da hab ich nochwas zum Günther Frenzel:

FRENZEL, Günther RK: Feldw., Flugzeugfhr. i.d. 11./KG z.b.V. 1 RK: 23.12.42 > Also das Ritterkreuz hat er wohl erhalten!

Allerdings hat die Einheit (das ganze Geschwader!) nur Junkers JU-52 geflogen und keine Heinkel HE-111 wie Frenzel erwähnt.
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Beitragvon Kuno » 8/1/2004, 20:22

....und nicht verwirren lassen: Das KG zbV 1 war eine reine Transporteinheit - keine Bombertruppe!!!

...war eigentlich ein Transportflieger geeignet, eine Bombermission durchzuführen? Ich meine, der sollte ja nicht einfach nur in einem grossen Pulk mitfliegen sondern die aufgabe war doch ein klein wenig spezieller!
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Beitragvon Kuno » 8/1/2004, 21:14

...was mir auch seltsam vorkommt: Dass die SS in das Unternehmen involviert war. Waren die vor Ort überhaupt präsent?

Nach allem was ich über deutsche "Kommandooperationen" in Afrika bis jetzt gelesen habe, war immer die ABWEHR federführend. Dies beim Sonderkommando DORA, bei Operation SALAAM / KONDOR und wenigen weiteren.

Und noch eine Frage stellt sich: Die sollten also auf dem Feindflugplatz landen um zu tanken. Wer hat die Flieger denn angekündigt? Ok, selbst wenn sie plausible Angaben zu Einheiten etc. hätten machen können - die Überführung von DAKAR her war eine lange Strecke. Da werden Flüge doch immer vorangemeldet und dann bei jedem Tankstopp bestätigt. Nur schon um zu wissen, wo man etwa suchen muss, wenn mal einer fehlt (Da gab es übrigens eine Einheit, die nichts anderes tat, als notgelandete Flieger wieder fit zu machen, damit sie die Front dann doch noch erreichten).

Ganz wichtig wäre zu wissen, wann das Unternehmen stattgefunden hat.....?
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Beitragvon katana » 9/1/2004, 19:41

Hallo


Wäre mir auch neu,das die SS bei Unternehmen in Afrika mitgewirkt hat.Beleg konnte ich bis jetzt keinen dafür finden.


MFG
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Beitragvon Kuno » 9/1/2004, 20:14

...was mir beim zweiten durchlesen auch aufgefallen ist: Der Pilot beschreibt sehr genau, wie er "rekrutiert" wurde - verwendet dann aber fast keine Text um die eigentliche Aktion zu beschreiben...
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Beitragvon Kuno » 17/1/2004, 14:26

Ooops, wie bin ich den oben auf eine HE-111 gekommen? Sorry!

...Franz: gibt es wirklich kein Datum auf dem Brief?
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Beitragvon Kuno » 19/1/2004, 12:34

So, die Franzosen wissen auch nichts über dies Operation XYZ. mindestens schreibt mir das einer, dessen Vater in Fort LAMY stationiert war.

Mein Fazit: Die Geschichte muss eine Ente sein!

Dennoch, es haben einige "verrückte" Unternehmen stattgefunden. Ganz auszuschliessen ist auch obiges nicht. Sehr hilfreich wäre nun wirklich eine genauere Datierung über den Brief...
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Beitragvon Kuno » 5/2/2004, 11:27

@ Franz

Die Postings oben beschreiben natürlich nur meine persönliche Meinung. Mehr nicht!

Hast du inzwischen ein Datum gefunden?
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Beitragvon Gast » 13/9/2004, 16:39

Hab gerade auch festgestellt, das es dieses Thema zweimal gibt und das zweite mittlerweile gesperrt ist...

Hat sich hier mittlerweile mehr getan? Gibt es doch noch Hinweise auf das Unternehmen, oder ist es einfach Fliegerlatein?

Schöne Grüße

Hudson
Gast
 

Beitragvon Kuno » 13/9/2004, 17:11

...wuerde sagen: Fliegerlatein.
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Beitragvon Kuno » 14/1/2008, 07:45

Nur um eine alte Geschichte wieder einmal aufzuwärmen - kann vielleicht jemand von den "jüngeren" Forumsmitgliedern etwas mehr dazu sagen, was oben berichtet wird?
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